Der Roadster
Nichts beschreibt die Entstehung des Z1 Roadster so gut wie dieser BMW Pressebericht, der angesichts seiner Präsentation im Jahre 1987 veröffentlicht wurde.

Seine Vorgänger sind Geschichte, ja Legende er ist jetzt spürbare, genußbringende Gegenwart und, seine
Bezeichnung deutet es an, Zukunft. Der BMW Z1, seit
seiner ersten Präsentation anläßlich der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt im September
1987 Anlaß und Gegenstand zahlloser Träume. Traumautos
waren und blieben auch seine Vor-Roadster: Vom reinrassigen Sportwagen BMW 328 sind ab Mitte der 30er Jahre
nur 467, vom eleganten 507 der 50er Jahre gar nur 252
Fahrzeuge gebaut worden. In diesen exklusiven Familienzweig reiht sich der Z1 ein, denn auch von ihm werden,
wenn die Kapazität im ehemaligen Pilotwerk des Münchner
BMW Werkes einmal auf vollen Touren läuft, am Tag kaum
mehr als zehn Exemplare - in liebevoller Handarbeit
gefertigt werden.
Der BMW Z1 ist ein reinrassiger Roadster in der Definition des Dudens, "ein offener, zweisitziger Sportwagen",
der sich dadurch auszeichnet, daß sich in ihm die
traditionellen Eigenschaften Sportlichkeit, ausgeprägtes
Fahrerlebnis und automobiler Pfiff mit modernster
Technik verbinden.
Das Fahren mit heruntergelassenen
Türen bereitet darüber hinaus einen ganz eigenen Reiz.
Der BMW Z1 ist kompromißlos, wenn es um die ursprüngliche Lust am Fahren geht: offen, zweisitzig, sportlich
- fast ein bißchen elementar. Aber er ist ebenso kompromißlos, wenn es um Qualität, modernste Technik und
Sicherheit geht. Dieser Roadster ist das Gegenteil von
einem durchoptimierten Massenauto, das möglichst viele
Anforderungen möglichst gut erfüllt. Einen ausgeprägten,
vielleicht sogar ein wenig eigenwilligen Charakter hat
er. Ein echter BMW eben.

Als die BMW Technik GmbH, eine Tochtergesellschaft der
BMW AG, vor rund drei Jahren in der Münchner Hanauer
Straße die Arbeit aufnahm, war von einem Roadster noch
keine Rede. Der Auftrag an die heute knapp 100 Designer,
Ingenieure und Techniker des Teams lautete schlicht:
"Seid kreativ, innovativ, effektiv". BMW hatte eine
kleine Technologie-Einheit geschaffen, die frei von den
organisationsstrukturen und der Tragweite von Entscheidungen für die Großserie Ideen hervorbringt. Ein aufgrund seiner kleinen Dimension überaus flexibles,
eigenständiges Unternehmen, dessen Ziel es ist, zu-
kunftsbezogene Produkte und Verfahren auf dem Automobilsektor zu entwickeln. Eine der Pilotaufgaben bestand
darin, ein Projekt im beschleunigten Entwicklungsprozeß
zu vollenden. Kaum war sie gegründet, ging die Technik
GmbH daran, sich intensiv mit einem Projekt zu befassen,
in dem mehrere neue Technologien als Entwicklungsvorhaben miteinander kombiniert werden konnten.

Und wen
sollte es wundern, daß bei der Begeisterung und bei der
Ansammlung von Autospezialisten mit Benzin im Blut ein
Roadster herauskam - ein klassischer Sportwagen avant-
gardistischer Prägung, der Z1.
Konzeptziele
-
So spektakulär und aufregend solch ein Roadster auch
sein mag - den Technikern und Designern lag es neben
der Entwicklung des gesamten Spaßmobils mindestens
ebenso am Herzen, einzelne Projektschwerpunkte zu
verwirklichen und zu kombinieren. Diese Bestrebungen
konzentrierten sich im wesentlichen auf folgende Komplexe:
-
- Das Sammeln von Erfahrungen beim Entwicklungsprozeß
in kürzerer als der üblichen Zeit durch intensive
Teamarbeit. (Hierbei durften selbstverständlich die
Aspekte der Qualität nicht vernachläßigt werden.)
- Außergewöhnliche gestalterische Lösungen, wobei emotionale Inhalte durch neuartige technische Lösungen
und entsprechende Auswahl von Materialien ausgedruckt
werden.
- Ein aus Stahlblechen gefertigtes, tauchverzinktes,
Chassis samt eingeklebtem Fahrzeugboden. Mit der
Entscheidung für eine solche technische Lösung trug
man den Gesichtspunkten Steifigkeit, Belastbarkeit,
Korrosionsbeständigkeit und Crashverhalten Rechnung.
- Aktive und passive Sicherheit: Hohe Seitenschweller,
das beschriebene Chassis/Unterboden-Konzept, das Zentralrohr, in dem der Antriebsstrang läuft, ein Querrohr im Bereich des Armaturenbretts sowie der in den Rahmen der Frontscheibe integrierte Überrollbügel
bilden einen ganz neuen Verbund von Features zur
Steigerung der passiven Sicherheit.
- Die Verarbeitung von Kunststoff im Bereich der Karosserie-Außenhaut und das Meistern von Problemen beim
Lackieren unterschiedlicher Kunststoff-Materialien.
- Ein neues Türkonzept durch Entwicklung eines Systems,
bei dem die Türen vertikal in den Schweller, die Fenster in die Türen abgesenkt werden.
- Gute aerodynamische Eigenschaften und ein hohes Maß
an Zugfreiheit im offenen Zustand durch entsprechende
Berücksichtigung bei der Gestaltung des Gesamtfahrzeugs, also ohne sichtbare aerodynamische Anbauten.
- Fahrdynamik und Fahrverhalten: Das Front-Mittelmotorkonzept, die kompakte Länge, die große Spurweite, der
niedrige Schwerpunkt und die Gewichtsverteilung sind die Antworten auf die Fragen, wie sich eine andere
Dimension sportlicher Fahrdynamik für ein Fahrzeug
wie den Z1 erschließen läßt.
-Schadensminderung: Ein spezielles Stoßfängersystem
und der Einsatz hochelastischen Materials in der
Außenhaut sorgen dafür, daß gerinefügige Kollisionen
schadlos vonstatten gehen.
- Servicefreundlichkeit: die Karosserieteile sind
einzeln am Chassis befestigt und können ohne großen
Zeitaufwand einzeln ausgetauscht werden.

Das besondere an der Verwirklichung dieser vielen
unterschiedlichen Ideen besteht darin, daß sie im
Verbund zu optimalen Gesamtlösungen geführt haben.
Beispiel zur Verdeutlichung: Hätten die Schwierigkeiten
beim Lackieren unterschiedlicher Kunststoffe nicht
ausgeräumt werden können, wäre auch das schadlose
Verformen von Karosserieteilen nicht möglich. Oder die
hohen Seitenschweller: Konzipiert als Sicherheitselemente, boten erst sie die Voraussetzung für das Türkonzept. Und umgekehrt.
Das Informationsmaterial stammt aus einer BMW Pressemitteilung.
©Copyright BMW AG
|